| Historie | ||
| W.I.R. e.V. – Wohnen Innovativ Realisieren | ||
Wie alles begann „Wenn eine Projektidee viele Höhen und Tiefen überwunden hat, wenn das Projekt kurz vor dem Gelingen steht, dann melden sich in der Regel viele als Väter und Mütter dieser Projektidee zu Wort.“ Erst aus einigen Jahren des Rückblicks wird deutlich, wie viele Wurzeln und Vernetzungen entstanden sind, aus denen sich eine feste Gruppe mit noch vagen Vorstellungen des „Miteinander Wohnens und Miteinander Lebens“ bis hin zum Verein „W.I.R. e.V. – Wohnen Innovativ Realisieren – Verein für generationsübergreifendes Wohnen in Dortmund“ gebildet hat. Triebfeder für ein solches Projekt ist meistens ein Traum oder eine soziale Utopie einzelner Menschen. Über Jahre hinweg bauen Sie Luftschlösser, suchen Menschen mit gleichen Einstellungen und warten oft darauf, dass jemand anderes den Anfang macht, der den langgehegten „Traum“ umsetzt. 1996 gab es den glücklichen Umstand, dass zwei Personen zusammentrafen, die den Gedanken des generationsübergreifenden Wohnens in Dortmund in konkretere Bahnen lenkten: Die damalige Frauenbeauftragte der Vereinigten Kirchenkreise Dortmund, Lore Seifert, führte Mitte der 90er Jahre zusammen mit anderen Studienfahrten zu den Beginenhöfen im heutigen Belgien durch. Hieraus keimte bei ihr die Idee auf, auch in Dortmund solche Formen gemeinschaftlichen, gut nachbarschaftlichen Wohnens entstehen zu lassen. Die Architektin und Stadtplanerin, Birgit Pohlmann-Rohr, hatte sich über Jahre hinweg intensiv mit dem Thema „Gemeinsam Planen – Bauen – Wohnen“ beschäftigt und verfügte über zahlreiche Kontakte zu Wohnprojekten mit ähnlicher Ausrichtung. Aus dem Kontakt beider entstand unter dem Dach der Vereinigten Kirchenkreise Dortmund im Frühjahr 1997 eine Veranstaltungsreihe, durchgeführt von Birgit Pohlmann-Rohr, zum Thema „Miteinander Wohnen – Miteinander Leben“. Das Interesse war unerwartet groß, über 80 TeilnehmerInnen (überwiegend Frauen) kamen und es wurde sehr stark die Suche nach alternativen Wohnformen für das „Älterwerden“ von den TeilnehmerInnen thematisiert. Der Funke war übergesprungen. Unter fachkundiger Moderation ... entstand eine Gruppe, die nun konkret an Fragen einer Projektumsetzung arbeitete. Unterstützung fand die Gruppe bei ihren Treffen ausserdem durch die Architektin Gisela Humpert, die bereits die Umsetzung eines Wohnprojektes für Familien mit Kindern in Dortmund-Hacheney begleitet hatte. Die Protokolle aus dieser Phase zeigen die Themenvielfalt, mit der sich die Gruppe auseinandersetzte: Grundstückssuche, Gruppe (Gemeinsamkeit, Zusammensetzung, Arbeitsstruktur), Trägerschaft / Rechtsform (z. B. Genossenschaft), Finanzierung, Bauplanung, Öffentlichkeitsarbeit). Deutlich wurde aber auch das Problem der hohen Fluktuation, die eine verbindliche Zusammenarbeit in der Gruppe oft erschwerte. Am 05.06.1998 war es dann so weit, dass der Verein W.I.R. – Wohnen – Innovativ – Realisieren – Verein für generationsübergreifendes Wohnen in Dortmund e.V. sich in der jetzigen Form gründete. 1999 wurde der Verein gemeinnützig. Als Leitziel ist in der Satzung festgelegt: „ Der Verein steht für die Idee, durch ein gemeinschaftsorientiertes Wohnkonzept insbesondere für ältere Menschen Selbstbestimmung und Eigenverantwortung bis zum Lebensende zu fördern.“
Eine Mitgründerin der Vereins und Aktive der ersten Stunde formulierte ihre Freude über diese Entwicklung so: „Jetzt können wir sagen, wer WIR sind: Junge, Alte, Familien, Paare und Singles – bereit, die Kunst des Miteinanders neu zu entdecken und dem Leben neue Werte zu geben.“ Mit der Vereinsgründung begann eine weitere intensive Phase der Mitgliederwerbung aber auch der Professionalisierung der eigenen Arbeit. Ermöglicht wurde dieses durch die Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Modellprojektes „Neue Wohnformen im Alter“. Der Verein war nun in der Lage, für eine begrenzte Zeit. .. Birgit Pohlmann-Rohr mit der Projektentwicklung zu beauftragen, um die inhaltliche Arbeit zu moderieren und zu koordinieren. Hieraus ergaben sich u. a.: sehr intensive Gespräche über Vor- und Nachteile der verschiedenen Rechtskonstruktionen (Eigentum, Miete, Genossenschaft), die Unterstützung bei der Einholung von externer Beratung in Fragen der Rechtsfolgen, Finanzierung und Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Besuche zu bereits bestehenden Wohnprojekten von Jung und Alt / Genossenschaftsprojekten in unmittelbarer Umgebung sowie in Oberhausen und Köln, die sehr anschaulich für die Beurteilung und Fortentwicklung der eigenen Projektplanungen waren, Informationsveranstaltungen und Werkstätten, in denen die persönlichen Wohnwünsche und Wünsche zur Gemeinschaftseinrichtung zusammengetragen und in Zusammenhang mit architektonischen, ökologischen und sozialen Anforderungen der Gruppe besprochen und in praktische Planungsvorschläge umgesetzt wurden, die Zusammenfassung der Planungsergebnisse zu einem Auslobungstex t für die Parallelbeauftragung von drei ausgewählten Architekturbüros. Um bei den ganzen Sachthemen den Menschen nicht aus den Augen zu verlieren, entstanden in der Gruppe zahlreiche Verfahrensregeln, auf deren Basis viele Entscheidungen getroffen wurden, die das Projekt immer konkreter und verbindlicher machten. Wöchentliche Treffen wurden notwendig, die durch gemeinsame Wochenenden ergänzt wurden. Die Gemeinschaft und das „W.I.R.-Gefühl“ war immer ein wichtiger Teil der kontinuierlichen Arbeit. Nach langjähriger Vorbereitungsarbeit konnten dann Mitglieder des Vereins am 16.07.2002 die „ WohnreWIR Tremonia GbR“, als erstes generationsübergreifendes Wohnprojekt des Vereins W.I.R. e.V. Dortmund, gründen, dessen Umsetzung noch bis 2004 dauerte. Für die Bewohner des Projektes war es jedoch immer klar, dass sie nun mit dem zweiten Teil der „Arbeit“ beginnen konnten – „Miteinander Wohnen – Miteinander Leben“. Weitere Mitglieder des Vereins stehen seit 2003/2004 in den Startlöchern und wollen 2005 ein zweites Wohnprojekt mit Namen „ wir_auf_tremonia “ auf dem gleichen Gelände in der Nähe vom WohnreWIR errichten. Wohnprojekte dieser Größenordnung brauchen einen langen Atem und sind nur mit professioneller Unterstützung machbar. Bedenkenträger, die ein Scheitern unserer ehrgeizigen Wohnprojekte voraussagten, gab und gibt es viele. „WohnreWIR“, „ wir_auf_tremonia “ und Beispiele gemeinsamen Wohnens in der näheren Umgebung zeigen, dass ein Wohn-Traum wahr werden kann. Der Verein W.I.R. e.V. Dortmund will daher Menschen mit „Wohn-Träumen“ Mut machen, sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen zu lassen. Gleichzeitig dankt er allen hier Ungenannten, die im Netzwerk von Wohnideen Unterstützung und Hilfe geleistet haben. |
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